Gespräche

Interview mit Electrosexual

„Antisexism is a priority in our world!“
29. Mai 2012

Diesen Sommer findet am Campus der Universität Göttingen zum sechsten Mal das Antifee Festival statt. Unter dem Motto „Festival für feministische Gesellschaftskritik“ wird an zwei Tagen neben inhaltlichen Veranstaltungen ein musikalisches Bühnenprogramm geboten. Einige der Bands und Künstler_innen waren bereit, uns ein paar Fragen zu bewantworten. Hier ist das Interview mit Electrosexual, der einigen bereits durch seine Auftritte mit Scream Club bekannt sein dürfte. Das Interview haben wir in englischer Sprache geführt.


Ein Nachruf

Manchmal kommen sie wieder: zum Tod von Refused
13. Januar 2012

Refused haben sich aufgelöst, es gibt sie nicht mehr. Anders verhält es sich mit der mühsam aufgebauten Marke Refused. Und deswegen ist das Ereignis des noch jungen Jahres auch so uncool! Aber der Reihe nach. Es ist Januar, das Wetter scheiße, die Uhr des Maya-Kalender tickt dem Ende entgegen, Christoph Wulff ist Bundespräsident und an der Göttinger Uni versuchen sich die Staatsbeamten in der Durchsetzung des Faustrechts. Das alles schreit nach Revolution – gut das mitten in dieses Weltgeschehen die Nachricht platzt, das es Refused wieder gibt.


Microphone Mafia

Per la Vita!
18. August 2011

66 Jahre nach der Befreiung vom NS-Faschismus gibt es nur noch wenige Zeitzeugen, die von den Verbrechen des NS-Regimes berichten können. Eine davon ist die 1924 geborene Esther Bejarano, eine von zwei bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters im KZ Auschwitz. Sie wird nicht müde auf antifaschistischen Kundgebungen von den Gräueln des Nationalsozialismus zu berichten, dabei aber zum aktuellen Widerstand gegen neue und alte Nazis aufzurufen und zur Solidarität zu mahnen. Dies transportiert sie unter anderem in der Band „Coincidence“ ihrer Tochter Edna Bejarano. Gemeinsam mit dem Kölner HipHop-Trio „Microphone Mafia“ haben sie jetzt das Album „Per la Vita“ heraus gebracht. Mit dem Rapper Kutlu Yurtseven hat Kai Budler für Monsters of Göttingen über die kölsche hanseatische Kooperation geprochen.


Von Vinyl, Prüfungen und einem Plattenladen
19. Januar 2010

Musikschaffenden und Musikliebenden wird es in Göttingen nicht gerade einfach gemacht. Der Schaffende muss sehen, wo er gutes Equipment herbekommt und wer gute Platten kaufen will, der schaut auch in die Röhre. Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Früher war ja bekanntlich alles besser. Zumindest einen Plattenladen gab es in Göttingen immer. Und Equipment à la Amps oder ein simples Verstärkerkabel bekam man auch immer irgendwo. Nur waren und sind die Konsumerlebnisse immer sehr verschieden. Wer Equipment sucht, der landet meistens unter größten Anstrengungen in einem großen Laden jenseits des Stadtzentrums. Und wer nun nicht gerade zur äußerst zweifelhaften Muckerelite der Stadt gehört, findet sich in der Rolle eines bescheidenen Bittstellers wieder. Die Machtverhältnisse benötigen hier keinerlei Klärung. Auf dem kalten Boden der Tatsachen, nämlich vor allem der, dass wenn das Altstadtfest nicht deine Bühne ist, du eben auch ein nichts bist, verlässt man das Geschäft. Dann lieber alles in die Ecke knallen und nur noch konsumieren, sprich: Platten kaufen.


„Der große Wurf? Dass es uns noch gibt!“ – Clint im Interview
7. September 2009

10, eigentlich sogar 11 Jahre Clint. Nach jahrelanger Bühnenabstinenz kommt die teil- und zeitweise aus Göttingen stammende Band, die sich musikalisch irgendwo zwischen Rise Against und Boy Sets Fire bewegt, wieder auf hiesige Bretter zurück. Im Gepäck das neue Album „Wings Not Included“, was daran erinnern soll, dass wir nicht auf großen Schwingen durchs Leben gleiten, sondern meistens eher kriechen und stolpern müssen. Donnerstag kommt die Scheibe aus dem Presswerk, am Freitag steigt die Release-Party im einsB. Genügend Gründe, um die Band zum Interview zu bitten. Wir sprachen mit dem Bassisten Sebastian über das, was Clint gerade bewegt.


Happy Birthday Zann. 10 Jahre? Da darf man mal nachfragen.
7. September 2009

Nenn mir eine Band, die was Hardcore in Deutschland angeht so ziemlich alles erreicht hat, was es zu erreichen gibt? Die an jedem verfluchten Fleck der Hardcorelandkarte Spuren hinterlassen hat? Nun, zumindest mir würden auf jeden Fall Zann einfallen. Als ich die Band vor etwa 10 Jahren zum ersten Mal sah, hätte ich Leben nicht gedacht, dass ich genau diese 10 Jahre später obigen Satz verfassen würde. Damals bot sich mir eine rumpelige Show, der ich kaum etwas entnehmen konnte. Nehmt es mir nicht übel, dass war echt beschissen. Irgendwas muss dann passiert sein.


Zurück! Und was jetzt? Fragen an: Antitainment.
25. August 2009

Antitainment! Die Band ist für mich ein langes Thema. Diese ganze halbgare Punkrotze mit deutschen Texten geht mir vor allem mal kräftig auf den Geist. Diese tausend ewig gleichen Bands, mit immer denselben langweiligen Texten. Deutschland Scheiße – ja, schön und gut, aber das kann man doch auch mal anders verpacken und sagen. Oder vielleicht doch mal ein ganz anderes Thema, denn das eben genannte habe selbst ich unbrechbarer Patriot begriffen. Außerdem: Die thematisch ablösenden Elektrobands haben sich längst in dieselbe langweilige Falle begeben. Als mir Antitainment das erste Mal begegneten, wurde ähnliches an mein Ohr getragen.


Zwei Wochen Proberaum – und dann? Ein Interview mit Celan.
23. August 2009

Was passiert wenn Ari Benjamin Meyer (Einstürzenden Neubauten, Redux Orchestra), Unsane-Sänger Chris Spencer in einer Bar trifft? Klar, es wird das eine oder andere getrunken und sogleich mit Personalien von so unbedeutenden anderen Bands wie flu.ID (Phillip Röder, Franz Xaver) und Oxbow (Niko Werner) eine Band gegründet. Logisch! Bands wie Celan haben aber auch immer ein Problem. Große Namen schön und gut, blöderweise muss man sich an genau diesen messen lassen. Sowas kann mitunter nerven. Das markante Aufkommen eben solcher Namen unter der neuen Marke Celan ist von besonderem Kaliber.


Die Mad Minority Tourtagebücher – Teil II
23. Mai 2008

Was bisher geschah: Mad B, Bassist der Göttinger Karnevalskapelle Mad Minority hat eine ereignisreiche Zugfahrt hinter sich. Die Bands versammeln sich, und werden dabei von einem MoG-Autor beobachtet. Busse werden beladen und bestiegen, einer der Busse wird ein kurzes Tourleben haben. Die Bands erleben einen Hühnerzirkus und die Bestattung des einen Vans muss mit dem ADAC ausgehandelt werden. Verfolgen wir weiter, was der munteren Reisegruppe in Teil II alles geschieht…Euer Onkel John. Übergeben wir Mad B das Wort: Teil II: Lenin und der Christian (Schlagzeuger bei Kaput Krauts) waren ja schon mit dem ADAC –Mann zur Zentrale in einem Industriegebiet in Mannheim vorgefahren. Als der Rest der Langweilerbesatzung ankam und wir durch die Eingangstür schritten, hörten wir Lenin mit einem sehr bestimmten Tonfall mit einem anderen ADAC_Typ diskutieren. Obwohl dieser nette Herr anscheinend das nach Lenins Einschätzung typisch polnische „Verhandeln – und – doch – noch – eine – Möglichkeit – Finden“ kennen musste, handelte er eher typisch deutsch streng nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen: nix Ersatzwagen für einen Ford-Transit 9Sitzer mit 200.000 km Laufleistung und etlichen bereits gemeldeten Pannen in jüngerer Vergangenheit.


Die Mad Minority Tourtagebücher – Teil I
15. Mai 2008

Es gibt keine bessere Möglichkeit sich mit dem Wahnsinn zu konfrontieren, als auf Tour zu gehen. Man sitzt stundenlang in einem stinkenden Bus, danach sitzt man stundenlang in einem stinkenden Club, man sieht WC’s, die eher sanitäre Albträume sind, man ernährt sich zum großen Teil von Tankstellentheken, bekommt eine Erkältung gerne auch Herpes – und hat am Ende trotzdem eine ziemlich coole Zeit! Schön wenn man Augenzeugenberichte zur Verfügung bekommt. Im März waren Mad Minority auf Tour, zusammen mit Bomb Legere und Kaput Krauts. Da Mad Minority ein Garant für gute Storys mit reichlich Bier sind, hielt ich es für eine gute Idee, mich bei der Band anzubiedern um die Tourtagebücher (klingt unheimlich cool) zu veröffentlichen! Begleiten wir also die Bands von Hanau nach Hamburg. Das Ganze in 4 Teilen, ich nenne das mal in Anlehnung an mein großes Vorbild McDonalds stolz: Die Mad Minority-Wochen! Im ersten Teil werden wir Zeuge einer Zugfahrt, erleben einen Hühnerzirkus und werden Zeuge, wie erneut ein Busmotor unter Mad Minority für tot erklärt wird. Der Soundtrack dazu sollte klar sein: „Scratch, Bite, Hit“, damit Punk mal wieder auf die Fresse haut. Herzlichst Euer Onkel John! Übergeben wir Mad B das Wort! Teil 1 Die
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