Aktiengeschäfte

Universität verspekuliert sich
von am 15. Dezember 2010 veröffentlicht in Unipolitik

Die Uni Göttingen hat in der Krise an der Börse 390.000 Euro verloren. Zwischenzeitig hatte der Verlust sogar 1,9 Millionen Euro betragen, aber die Kurse der Aktienfonds stiegen wieder.

Die Verluste sind so genannte Buchverluste. Wenn die Uni die Fonds jetzt abstoßen würde, würde sie 390.000 Euro weniger dafür bekommen, als sie ursprünglich investiert hat.

Die Uni kriegt die Krise
Die Uni Göttingen als Stiftungsuni ist Vorreiterin in Sachen Privatisierung von Bildung. Im Rahmen leerer öffentlicher Kassen und sinkender staatlicher Zuschüsse wird hier die Bildungsfinanzierung vorbildlich auf private Investitionen umgestellt. Dazu zählt auch nicht zuletzt der Versuch, Gelder durch gewiefte Finanztransaktionen zu mehren. Dass die Uni Göttingen dabei auf das falsche Pferd gesetzt hat ist tragisch, sollte aber nicht wundern. Eine Untersuchung der ökonomischen Hintergründe findet ihr hier.

Alle anderen niedersächsischen Hochschulen haben ihr Geld nicht in Aktien investiert, sondern zum Beispiel auf Girokonten angelegt. Das geht aus Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der niedersächsischen Linksfraktion hervor.

Als „erschreckenden Vorgang“ bezeichnete der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, Victor Perli, das Spekulieren der Uni mit öffentlichen Geldern. „Es ist völlig unverständlich, dass das Hochschulgesetz die Hochschulen dazu auch noch ermuntert“, so Perli. Seine Fraktion will einen Änderungsvorschlag für das Hochschulgesetz einbringen, der das Spekulieren mit Wertpapieren verbietet. „Hochschulen sind für Forschung und Lehre da, nicht für Wertpapiergeschäfte. Die Uni Göttingen kommt wahrscheinlich mit einem blauen Auge davon, wenn die Kurse weiter steigen. Aber für die Zukunft müssen wir Risiken ausschließen“, so Perli abschließend.

Insgesamt hatte die Uni am 1. Juni 2010 ein Guthaben von 120,1 Millionen Euro auf der Bank. 8,4 Millionen davon stammen aus Studiengebühren.

Artikel teilen


Themen

, , , ,

3 Kommentare auf "Universität verspekuliert sich"

  1. Schmendi sagt:

    Bei nur 120 Mio. € auf der Bank kann ich gut nachvollziehen, das die Uni jedes Jahr 1000 € von mir braucht, um nicht vor die Hunde zu gehen…..

  2. Horst sagt:

    Bist du nicht bald Langzeit Studi? 😛

  3. 612 sagt:

    Vielleicht kann mensch ja ein Seminar einrichten „richtig roulette spielen“ und jeder mensch der teilnimmt bekommt ein budget zum anlegen in aktien. dann wird gezockt und mensch ist perfekt vorbereitet für den kapitalistischen markt.

Schreibe einen Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden | Registrieren

Bitte lese dazu unsere Regeln und Hinweise zum Kommentieren.