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Tom Tonk und 34 Schallplatten
11. November 2007

„Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen“, ein oft gewähltes Zitat, wenn sich der ein oder andere Rezensent schüchtern für sein Werk entschuldigen mag. Welch eine kolossale Fehleinschätzung. Welch unnötiges Konstrukt, wenngleich ich die Vorstellung tanzender Architekten nicht ganz verwerfen möchte. Natürlich kann man über Musik schreiben. Man kann sogar ganz hervorragend über Musik schreiben und zwar besonders dann, wenn man die Fähigkeit besitzt das Ohr, das Auge und den Stift (meinethalben auch die Tastatur) über den Rand der Platte hinaus zu werfen. In einer guten Rezension, oder in einem guten Text über Musik, muss ausgerechnet diese nicht unbedingt die erste Geige spielen. Das wäre todlangweilig und interessiert eh keine Sau. Tom Tonk scheint genau das begriffen zu haben und verschont uns mit langweiligen Texten, die ungefähr referieren, dass die erste Platte ja viel besser war und alles andere eben Scheiße. Nun, mit Abstufungen. Denn wenn es zumindest um AC/DC geht, gibt es kein vertuen. Nach Bon Scott war bei AC/DC alles anders, wie Tonk so schön schreibt. Des Pudels Kern ist, dass Tonk damit AC/DC völlig ausreichend abgehandelt hat und uns nun mit einer Unmenge Nebeninformationen beschenkt. Lebensweisheiten, die sich Tonk hart erarbeitet hat, mit viel Alkohol und
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Harry Potter und die antifaschistische Bettlektüre
1. November 2007

Nun ist es endlich geschehen, das, worauf so viele so lange warten mussten: der neue Harry Potter ist nun auch auf deutsch erschienen. Zeit, dies Medien- und Kulturphänomen Harry Potter auch bei Monsters zu würdigen, handelt es sich doch um ein Musterbeispiel von anspruchsvoller antifaschistischer Jugendliteratur. Aber Achtung: wer das Buch noch nicht gelesen hat, sich das aber noch vorgenommen hat, das zu tun und deshalb nichts über das Ende erfahren möchte, dem sei von der Lektüre des Textes abgeraten. Hinterher dürfte es wohl nur noch begrenzt spannend sein.


Buchtipp: Gerhardt Hauck: Kultur. Zur Karriere eines sozialwissenschaftlichen Begriffs.
29. Januar 2007

Sicher haben viele von euch in den Medien oder auch in persönlichen Gesprächen schon einmal etwas vom „Kampf der Kulturen“ gehört. Möglicherweise haben einige von euch auch sogar das gleichnamige Buch von Samuel P. Huntington (Im Original: „The Clash of the Civilizations and the Remaking of World Order“) gelesen. Dieses fand besonders nach den Ereignissen am 11.09.2001 überall reißenden Absatz, erklärte es doch mit für den Laien erstaunlicher Plausibilität viele Konflikte auf der Welt, insbesondere den in den Medien mittlerweile allgegenwärtigen Konflikt zwischen der „westlichen“ und der „islamischen Welt“.