Gedenkkundgebung

250 gedenken Alex
von am 15. Januar 2011 veröffentlicht in Soziale Bewegungen

Rund 250 Linke haben am Samstag Nachmittag an einer Gedenkkundkebung anlässlich des 20. Todestages von Alexander Selchow teilgenommen. Alex war in der Silvesternacht 1990 in Rosdorf von Neonazis ermordet worden. Aus diesem Anlass versammelten sich nun Autonome Antifaschist_innen, Gewerkschafter_innen als auch prominente Gesichter von SPD und Grünen am Gänseliesel.

Unter einem Meer von Antifa-Fahnen erinnerte das Grüne Kreistagsmitglied Norbert Hasselmann in einem Redebeitrag an die faschistischen Umtriebe in und um Göttingen Ende der 1980er Jahre. Auch die Redical M erinnerte an den Kontext, in dem der Mord an Alex geschehen konnte. Dass es auch heute noch eine Notwendigkeit antifaschistischer Arbeit gebe, mahnte die Antifaschistische Linke International (A.L.I.) an. Auf den Staat dürften sich Linke auch heute nicht verlassen, wenn es gegen Nazis geht. Schließlich gebe es auch heute noch faschistische Strukturen in der Region, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie vor 20 Jahren. Die verdi-Jugend rief abschließend dazu auf, sich an den Protesten gegen den Nazi-Aufmarsch in Dresden am 19. Februar zu beteiligen.

Der Göttinger Landtagsabgeordnete der Grünen, Stefan Wenzel, beendete die Kundgebung um 16 Uhr mit einer Schweigeminute. Im Anschluss zogen etwa 150 Antifas in einer Spontandemonstration in Richtung Wilhelmsplatz.

Die Polizei hielt sich die ganze Zeit über zurück. Nur eine handvoll Einsatzkräfte aus Hannover beobachteten die Kundgebung und verfolgten die Spontandemonstration. Auch offensichtliche Staatsschutz-Beamte waren keine vor Ort.

Die A.L.I. hatte die Polizei im Vorfeld aufgefordert, Provokationen zu unterlassen. „Wir haben noch gut die Bilder der Conny-Demo in Erinnerung, als BFE-Einheiten der Polizei an der Todesstelle unserer Freundin und Genossin in die Menschenmenge prügelten und einen Zugang zum Gedenkstein verhinderten“, kommentierte eine Sprecherin den Einsatz vom 14.11.2009.

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22 Kommentare auf "250 gedenken Alex"

  1. suppenbolte_witzkasper sagt:

    alter wie fix seid ihr denn!?super sache!

  2. mamabär sagt:

    hast du die kundgebungsteilnehmerInnen gezählt? ich nicht, aber gefühlt kamen sie mir eher wie 300 bis 350 vor, der marktplatz war schon recht gut gefüllt.

    die kundgebung war von der grünen jugend (thumbs up!) organisiert und da ist es logisch, dass sich auch ein paar parteifunktionäre dort sehen lassen, die sich auch (in manchen fällen leider früher einmal etwas radikaler) gegen rechts engagieren, was auch gut ist. hervorheben möchte ich allerdings, dass teile von mindestens drei generationen autonomer antifas dabei waren, die dann auch die überwältigende mehrheit stellten.

    auf der demo nächsten samstag dann bitte dreimal soviel leute! egal welche generation und ausnahmsweise auch wieder mit parteifunktionären

  3. huhn sagt:

    soweit ich das gehört habe hatte die jugendantifa gruppe und die grüne jugend auch einen redebeitrag .. sonst schöner bericht!

  4. @huhn sagt:

    kommt bestimmt noch

  5. hm sagt:

    Aus dem Bericht der A.L.I.: „Im Anschluss an die Kundgebung brachen gut 200 Menschen zu einer spontanen Demonstration aus Solidarität mit dem zur Fahndung ausgeschriebenen 20jährigen Antifaschisten auf.“
    war das so?

  6. @hm sagt:

    naja, war schon nicht deziediert so angelegt, Spontandemo, um aufs Thema aufmerksam zu machen, würde es auch treffen, aber is ja trotz ein wichtiger grund

  7. softcore sagt:

    sehr schöner bericht und auch super fotos ! kann monsters of göttingen nur nochmal dafür loben..allerdings stellt sich mir ebenfalls die frage ob es nicht mehr redebiträge waren? und die sponti war wohl eher wegen alex,nicht wegen dna..aber ist ja auch pipe,
    nächste woche alle auf die straße !

  8. und so sagt:

    Redebeitrag Nr.1 : Der Landtagsabgeordnete der Grünen
    Redebeitrag Nr.2 : redical M
    Redebeitrag Nr.3 : A.L.I.
    Redebeitrag Nr.4 : Jugend Antifa Gö
    Redebeitrag Nr.5 : verdi Jugend Göttingen
    dann Schweigemenute dann Ende der Kundgebung

  9. und so sagt:

    verbesserung
    Redebeitrag Nr.1 : Kreistagsmitglied Norbert Hasselmann
    Ich kenn mich da nicht so aus.

  10. Gut so, aber... sagt:

    ich fand die veranstaltung im großen und ganzen gut und wichtig, will hier jetzt aber mal ein wenig kritik anbringen.
    ich habe aber das gefühl, dass hier bei den zahlen doch ein bisschen übertrieben wurde und ein „meer aus antifa-fahnen“ ist auch leicht übertrieben…
    was mich geärgert hat, war das aggressive brüllen von parolen, als die antifas im anschluss an die kundgebung spontan durch die stadt zogen! das muss echt nicht sein, und hatte für mich den kaum noch latenten anschein von männlich-aggressivem gebaren, das so in der einer linken szene echt nichts zu suchen hat!

  11. com sagt:

    …nur weil du „männlich-aggressivem gebaren“ davor packst und behauptest es müsse nicht sein, wird es noch keine kritik. was meinst du denn damit?

    außerdem halte ich die zahlen eher für untertrieben…

  12. Gut so, aber... sagt:

    gut, über zahlen lässt sich streiten, hab auch nciht nachgezählt, war aber so meine einschätzung.

    ich sehe nicht, wo du da keine kritik siehst. ich kritisiere das aggressive rumgeschreie bei solchen kundgebungen. ich hatte heute teilweise den eindruck, dass da halbstarke (neben allen anderen wichtigen motiven) ihre aggressionen ablassen wollten, bzw. sich so verhalten haben. das lässt sich freilich irgendwo nachvollziehen, trotzdem finde ich es aber nicht gut und auch ziemlich destruktiv. das verschreckt nur menschen, hilft keinem was, tut auch keinem nazi weh, lässt dafür aber die antifa in einem unsympatischen, aggressiven licht erscheinen. dafür hats spaß gemacht. toll.

    auch mich kotzt diese sinnlose aggressivität einfach an, die zudem in ein (wie erwähnt) typisch männlich-aggressives schema passt, das linke eigentlich überwinden und angehen sollten.

  13. beten! sagt:

    @ gut so, aberIn …:
    oh göttin der vernunft, erhöre uns!

  14. cpunk sagt:

    @Gut so, aber…:

    Man kann auch am 09.11. laut und wütend (aggressiv wäre etwas anderes) durch die Straßen ziehen. Und die Sponti gestern war ja nicht mehr im Bezug zu Alex, sondern gegen die DNA-Repression. Ich sehe da keinen Widerspruch. Beide Aktionsformen waren vertreten – ist doch gut so.

  15. cpunk sagt:

    Heute auf dem Titelblatt vom Göttinger Extra-Tip:

  16. gewerschaftsjugendlicher sagt:

    Der Redebeitrag der Ver.di Jugend ist nun auch online und kann hier gelesen werden:

    http://verdijugendgoettingen.blogsport.de/

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