Texte

Zwei Wochen Proberaum – und dann? Ein Interview mit Celan.
23. August 2009

Was passiert wenn Ari Benjamin Meyer (Einstürzenden Neubauten, Redux Orchestra), Unsane-Sänger Chris Spencer in einer Bar trifft? Klar, es wird das eine oder andere getrunken und sogleich mit Personalien von so unbedeutenden anderen Bands wie flu.ID (Phillip Röder, Franz Xaver) und Oxbow (Niko Werner) eine Band gegründet. Logisch! Bands wie Celan haben aber auch immer ein Problem. Große Namen schön und gut, blöderweise muss man sich an genau diesen messen lassen. Sowas kann mitunter nerven. Das markante Aufkommen eben solcher Namen unter der neuen Marke Celan ist von besonderem Kaliber.


Von der Wiege bis an die Bahre braun? – Wie Frauen die rechtsextreme Szene stabilisieren
13. Juli 2009

Rechtsextremismus gilt weithin als Männerdomäne. Doch auch Frauen nehmen dort mittlerweile wichtige Positionen ein. Sie machen rechtsradikale Parteien anschlussfähig für die Mitte und haben innerhalb der rechtsextremen Szene eine stabilisierende Funktion. Die Politikwissenschaftlerin Renate Bitzan hält am Freitag einen Vortrag zu Weiblichkeitskonstruktionen und geschlechtertheoretische Orientierungen extrem rechter Frauen im Cafe Kabale. Bei Monsters of Göttingen gibt sie eine Einführung in das Thema.


Hohe Geldstrafe im „Autonomicum-Prozeß“
9. Juli 2009

6000 Euro Strafe hat das Amstsgericht Göttingen vergangenen Freitag einem Demonstranten auferlegt. Das Gericht kam nach sieben Verhandlungstagen und der Vernehmung von insgesamt 19 Zeug*innen – zum Großen Teil Polizeibeamt*innen – zu der Auffassung, der Verurteilte habe auf der Demonstration anlässlich der Räumung des besetzten Uni-Raums MZG 1140 im Januar 2008 Landfriedensbruch begangen. Der Vorwurf: zusammen mit 50 anderen Demoteilnehmenden soll er mehrere Polizeibeamt*innen verprügelt haben.


Indie ganz nah – das Fest van Cleef in Northeim
9. Juli 2009

An diesem Freitag steigt in Northeim das Fest van Cleef, quasi der Familienausflug des Plattenlabels Grand Hotel van Cleef, das Indieherzen höher schlagen lässt, haben sie doch Bands wie Tomte, Kettcar, Olli Schulz und der Hund Marie, Death Cab for Cutie oder Maritime unter Vertrag. Beim alljährlichen Fest van Cleef, das zum ersten Mal in die Nähe von Göttingen kommt, sind in diesem Jahr Gisbert zu Knyphausen, Muff Potter, The Kilians, Why?, Tomte und Element of Crime mit dabei. Ort dieses kleinen, aber feinen Festivals ist die Waldbühne in Northeim, die man bisher vor allem mit alternden Rockern und Volksmusik in Verbindung brachte, also nicht weiter auf dem Schirm hatte. Doch nun: Das Fest van Cleef.


Gericht verhängt Haftstrafen im „Pumpgun-Prozess“
21. Juni 2009

Zu insgesamt neun Jahren Haft hat das Landgericht Göttingen am Donnerstag drei Neonazis verurteilt. Sie hatten im vergangenen November mit einer Pumpgun geschossen und Molotowcocktails auf eine Tabledance-Bar geworfen.


Die ganz normale Hartz4-Verarsche..
17. Juni 2009

..oder: Warum man in einem Antrag nicht jeden Scheiß angeben muss. Denn in dem ALG 2-Antrag wird man unter anderem dazu aufgefordert diverse Angaben über seine Mitbewohner zu machen. Zum Bespiel auch über deren Aufenthaltsstatus und Arbeitserlaubnis. Dass ein ALG 2 Antrag auch ohne diese Angaben genehmigt werden kann hat vor kurzem ein Freund erfahren dürfen, der es sich nun auf die Fahne geschrieben hat andere AntragstellerInnen über diese Tatsache zu informieren. Im Hinblick auf das von ihm organisierte Soli-Konzert haben wir uns zu Kaffee und Frühstücksei für ein (semi-professionelles) Interview getroffen. Außerdem saßen zwei MitgliederInnen von der Band Rogue Steady Orchestra mit am Tisch, die auf dem Soli-Konzert spielen werden.


Antifee Festival 2009
1. Juni 2009

Das Antifee Festival auf dem Göttinger Unicampus wird langsam aber sicher zu einer Institution in Göttingens Kultur- und Politiklandschaft. Dabei verbindet es eben genau diese Elemente des alltäglichen: Kultur und Politik. Das ist aus verschiedenen Gründen begrüßenswert, zum Beispiel weil hier die Konsequenzen aus den politischen Analysen in die Praxis umgesetzt werden. Oder auch einfach, weil wichtigen Themen hier ein großes Forum gegeben wird, welches auch von Menschen jenseits üblicher Lesekreiszirkel wahrgenommen wird. Dieses Jahr wird wieder an zwei Tagen gegen Sexismus und Nationalismus und für ein selbstbestimmtes Leben gefeiert – mit einem Rahmenprogramm, was sich sehen lassen kann:


Theaterstück „Tango“ am 26./30. April und 03. Mai im ThOP
24. April 2009

Ein guter Freund der MoG-Redaktion hat sich das Stück „Tango“ einmal angesehen und dazu freundlicherweise den folgenden Artikel verfasst: „Aktuell wird im Theater im OP (ThOP) ein Stück namens Tango gegeben. Das Stück von Sławomir Mrożek handelt von den Versuchen des Studenten Artur, der in seiner Familie wieder Regeln einführen möchte, nachdem seine Eltern in ihrer Jugend nach Ansicht der Protagonist*innen alle Normen abgeschafft haben. Als letzte Möglichkeit hierzu sieht er eine Hochzeit mit seiner hedonistischen Cousine an, die einer Hochzeit nicht abgeneigt ist. Die Segnung durch die Großmutter muss allerdings, ebenso wie die Teilnahme der anderen Familienmitglieder, mit Waffengewalt erzwungen werden.


DVD fürs Wochenende? Thrice – Live at The House of Blues
30. März 2009

YOU’VE TO LISTEN TO THIS. sometimes THRICE. before you like it. In den letzten Jahren tauchte der Begriff „Post-Hardcore“ überall da auf, wo Musikjournalisten einen Trend ausmachten, bei dem die Energie von Hardcorepunk mit der Instrumentierung und Komplexität anderer Genres fusionierte. Auch THRICE müssen sich mit diesem Begriffbrocken herumschlagen. Auf die Band aus Irvine (Californien) wurde ich erstmals 2003 aufmerksam als mir eine Freundin – gerade aus dem berüchtigten Texas in die norddeutsche Provinz gezogen – das bereits dritte Album der Band The Illusion of Your Safety in die Hand drückte. Dieses Stück Musik traf mich auf eine Weise, wie ich sie nicht kommen sehen konnte, denn der Sänger sang nicht nur – nein, er brüllte auch wie am Spieß. Das war also HARDCORE, wusste ich sobald und war begeistert. Der Gitarrist Dustin Kensrue spielte meist schnelle Riffs, die Leadgitarre unter der Führung von Teppei Teranishi frickelte was das Zeug hielt der Basser und der Drummer machten auch irgendwie alles richtig und die Texte bewegten sich zwischen Auto- und fremdgerichteter Aggression und Liebeskummer. Super! Ich konnte sie bald auswendig und sang – damals noch bei Mutti wohnend – lauthalt mit. Im selben Jahr kam auch ihre Platte The Artist in
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Black As Chalk – mehr als Göttinger Muckertheke?
19. Februar 2009

Im Redaktionsbriefkasten heute eine Premiere. Eine Band hat es gewagt sich direkt in die Reviewhölle des mittelmäßigen online-Provinzjournalismus zu wagen. Offensichtlich haben Black As Chalk bisher vor allem mit Zurückhaltung geglänzt, eine Fähigkeit die den meisten Kleinstadtbands fehlt. Gehört habe ich von Black As Chalk bisher jedenfalls nicht und ich bin fast geneigt zu sagen: leider nicht.